Behördenapéro 29. Oktober 2026
Die Jagd im Thurgau und das neu geplante Schiessausbildungszentrum Heckemos
Am 29. Oktober 2026 durfte der Arbeitgeber Mittelthurgau zum Behördenapéro in der Gemeinde Bürglen begrüssen. Im Zentrum des Anlasses stand das Referat von Manuel Sturzenegger, Präsident Jagd Thurgau, zum Thema «Die Jagd im Thurgau und das neu geplante Schiessausbildungszentrum Heckemos».
Jagd Thurgau ist der kantonale Verband der Thurgauer Jägerinnen und Jäger mit über 600 Mitgliedern. Die Arbeit geschieht im Milizsystem – grösstenteils ehrenamtlich und auf eigene Kosten. Der kantonale Auftrag umfasst das Beobachten und Regulieren der Wildbestände sowie das Begrenzen von Schäden und Krankheiten.
Neben der eigentlichen Jagdausübung leistet die Jägerschaft vier zentrale Beiträge für Kanton und Gesellschaft:
- Wildunfall, Prävention und Intervention – Jagdaufseherinnen und Jagdaufseher rücken aus, wenn Wild auf der Strasse verunfallt, und helfen, Unfälle zu verhindern.
- Bindeglied zu Land- und Forstwirtschaft – Rehkitzrettung, Schutz vor Wildschäden, Beratung von Landwirten und Anwohnenden.
- Regionale Lebensmittel – Wildfleisch aus heimischen, nachhaltig genutzten Wildbeständen.
- Sensibilisierung und Bildung – Schulklassenbesuche, Ferienpass, Waldtage und Information der Bevölkerung.
Ausbildung, Training und Treffsicherheit
Wer eine Waffe führt, trägt Verantwortung. Tierschutz und Sicherheit verlangen einen sicheren, sauberen Schuss. Dafür braucht es Ausbildung, regelmässiges Training und den periodischen Nachweis der Treffsicherheit mit Kugel und Schrot auf einer anerkannten Jagdschiessanlage. Der Kanton hat dazu einen gesetzlichen Auftrag: Er stellt die Infrastruktur für die jagdliche Schiessausbildung und Weiterbildung, für die Abnahme von Jagdprüfungen sowie für die Treffsicherheitsnachweise sicher.
Das Schiessausbildungszentrum Heckemos
Genau hier setzt das geplante Schiessausbildungszentrum (SAZ) im Heckemos an. Es soll am bestehenden Schiessplatz entstehen und gemeinsam von Polizei und Jägerschaft genutzt werden. Vorgesehen sind ein Ausbildungszentrum der Polizei, eine Jagdschiessanlage für Kugel und Schrot sowie ein Vereinslokal als Treffpunkt. Den Betrieb der Jagdschiessanlage stellt die Jägerschaft sicher.
Der Grundsatz dahinter: Nicht die Prüfung soll sich nach der Anlage richten – die Anlage muss die Ausbildung ermöglichen. Das Tontaubenschiessen ist im Prüfungsreglement fachlich weiterhin vorgesehen und heute nur temporär ausgesetzt.
Ausblick
Das Referat machte deutlich: Die Jägerschaft leistet im Milizsystem wertvolle Arbeit, von der Gemeinden, Landwirtschaft, Forst und die gesamte Bevölkerung profitieren. Damit dies so bleibt, braucht es eine geeignete Infrastruktur.
Nach dem Referat klang der Anlass bei einem Apéro gemütlich aus. Die Arbeitgeber nutzten die Gelegenheit, um sich mit den anwesenden Behördenmitgliedern auszutauschen und offene Fragen im persönlichen Rahmen zu besprechen.
Arbeitgeber Mittelthurgau